Allgemein · Selfcare

How to: Reflektieren

Hallo Ihr Lieben!

Aktuell bin ich nicht gerade auf der Höhe. Meine nahestehenden Personen würden vielleicht sogar sagen, ich bin sowas von gar nicht auf der Höhe….! Manchmal passieren so viele Dinge in so kurzer Zeit, dass der Geist im Selbstschutzmechanismus direkt zu macht. Das ist auch gesund, denn nur so kann man in der Belastungsphase funktionieren. Man hört von vielen Personen die Krisen durch gemacht haben, dass sie während dem Zeitraum der Belastung teilweise Unmenschliches vollbracht haben!

Ich habe jetzt keinen Flugzeugabsturz überlebt oder war bei einem Erbeben oder einem Unwetter direkt betroffen. Jedoch auch eine Pandemie und die damit verbundenen immer wieder neu erzeugten Situationen, die uns in Daueralarmbereitschaft halten, können diese Überreizung des Nervensystems bewirken. Kein Wunder, denn es wurde von uns verlangt – ja fast voraus gesetzt – dass wir unsere „Bürgerglichen Pflichten“ ernst nehmen. Gerade wir Frauen mussten die VOLLE Belastung ertragen. Da konnte man ja fast dankbar sein, wenn der Chef einen im Homeoffice zugesteht flexibel zu arbeiten um Kinder im Homeschooling nach vor gegebenen Materialien zu unterrichten und mehrmals am Tag dafür zu sorgen, dass jeder seine Mahlzeiten einnimmt.

Diese ständig geänderte Regeln. Mal durfte man nichts mal doch relativ viel. Was gilt wo und in welchem Bundesland ist welche Regel aktiv.

Und dann kommen noch diese Alltagssorgen hinzu, mit denen man normalerweise lebt. Die aber in Anbetracht dessen, wie verrückt man alles empfindet, ebenso zu Minikatastrophen im Körper führen können. Das muss sich erstmals gar nicht auswirken. Wie oft hört man, dass Arbeitnehmer im Urlaub krank werden. Dann nämlich, wenn der Druck abfällt und der Körper zeigt, was er davon hält.

Und irgendwann, wird der Schlaf seicht und morgens bekommt man kaum die Augen auf. Eigentlich ein Anzeichen für eine Pause, aber eine Pause in der man trotzdem den Kreisel zwischen Homeschooling und Homecooking und Homecleaning spielt, ist keine echte Pause. Ich bin Urlaubsreif! Hab ich mich oft sagen hören. Aber auch Urlaub war hier nicht möglich. Erstens war alles im Lockdown, zweitens waren die Kinder noch nicht in den Ferien. Also – weiter machen – Krone richten. Das liest man ja dann als Durchhalteparole!

Schuldzuweisung

Zuerst gibt man ja allem die Schuld. Der ist Schuld, weil er nicht sieht, dass es einem schlecht geht. Die ist Schuld, weil wegen ihr ja all diese Probleme entstanden sind. Der Nächste ist Schuld, weil irgendwer ihn gewählt hat und er nun über unsere Zukunft entscheiden darf. Die dort ist Schuld, weil sie diesen „Zirkus“ nicht mitmachen will und dann Millionen Einzelmeinungen die man alle anhören darf. Ein Topf voller Querulanten die sich tagein tagaus nur beschweren und sogar den größten Optimisten irgendwann brechen. Und Radio hören kann man auch nicht mehr. Überall nur Katastrophenstimmung. Alleine schon von der Art wie diese Nachrichten gesprochen werden, bekomme ich Gänsehaut.

Man versucht Entschuldigungen zu finden und am Ende doch wieder sich selbst die Schuld zu geben.

„Ich hätte ja nicht hin hören müssen“, „Die Schule war ja offen!“, „WEIL ICH NIE ETWAS SAGE!“ oder „Ich bin schwach, andere haben es auch geschafft!“

Reflektieren

Sich dessen bewusst zu werden, dass man aus der Spur ist, ist oft ein kleiner Schock. „Man ist nicht so!“ „Was soll das? Ich bin stark, wild und wunderbar!“ „Nur die Harten kommen in den Garten!“ „So lange ich noch aufstehen will morgens, kann es nicht so schlimm sein!“

Tja, oft ist es das aber schon.

Und diese Gedanken immer von sich weg zu schieben, macht keinen Sinn, denn dadurch summieren sie sich. Schließlich möchte das Unterbewusstsein gerne nun langsam auch seinen Ballast los werden.

Wo fange ich an?

Es kann Angst machen auf den (hoffentlich nur) blauen Fleck der Seele zu schauen. Vielleicht erschrickt man sogar ein bisschen, wie groß dieser Fleck ist oder wie stark blau, weil viele Schläge nach einander darauf nieder gegangen sind.

Sich zu fragen „Was hätte ich besser machen können, dass es nicht so weit kommt?“ oder „WO genau habe ich mir diese Flecken zugezogen?“ macht vermutlich hier gar keinen Sinn. Also ist es im ersten Schritt nur wichtig zu erkennen, dass hier diese enorme Druckstelle vorhanden ist.

Der Körper hat wahnsinnig gute Selbstheilungskräfte und ist – auch ohne unser zutun – fähig sich dessen zu entledigen. Es liegt aber an uns, nur zu „verheilen“ und weiter zu machen und dem Unterbewusstsein gewisse Alarmglocken zu gestatten. ODER schauen wir den Fleck an. Verarzten wir ihn mit einer Salbe und lassen Ruhe erstmals zu, damit auch diese „Alarmsender des Körpers“ sich wieder beruhigen und keine chronischen Signale hinterlassen.

24 Stunden/7 Tage

24 Stunden, also ein Tag oder 7 Tage, also eine Woche sind genug um im hier und jetzt in kleinen Schritten sich um sich selbst zu kümmern. Sicher – es ersetzt keine Therapie, wenn man Gesprächsbedarf hat. Es ersetzt auch kein Medikament, wenn der Körper schon so weit ist, dass er diese benötigt. Da appelliere ich an euren Verstand und eure Selbstliebe. Eine eitrige Wunde lässt man auch nicht einfach vor sich hin verschlimmern. Und da hilft auch keine Ruhe und keine Salbe mehr!

Aber abgesehen davon stellt sich die Frage: Was kann ICH heute tun?

Reflektieren. Wahrnehmen. Einen Schritt nach dem anderen.

Dafür habe ich euch Freebies erstellt. Tages- und Wochenreview Kärtchen, die euch helfen sollen, wieder klar im hier und jetzt zu stehen. Es reicht sie durch zu lesen. Ich denke das Unterbewusstsein nimmt die Fragen auf und trägt sie mit. Somit setzen wir automatisch neue Segeln.

Gerade im Planen ist es doch oft so, dass man sich viel zu viel vor nimmt. Ist viel zu tun, versuchen wir automatisch mit dem Zeitmanagement der Tageslänge ein Schnippchen zu schlagen. So schnell ist man ausgelaugt und fertig, dass man gar nicht versteht warum.

Und genau da kann man damit ansetzen. Nach einer Woche sind die Tage noch so weit im Kopf, dass man sie für die nächste Woche besser planen kann.

Schließlich sind wir es uns Wert.

Ladet euch die Kärtchen runter und gebt sie in euren Planer. Jeden Tag, abends nehmt ihr das Tages-Kärtchen zur Hand und geht die Punkte durch. Manchmal findet ihr für jeden Punkt einen Gedanken. Manchmal nicht. Ihr könnt sie wie eine Art Tagebuch mitführen. Oder einfach nur drüber kurz nachdenken.

Das Wochen-Kärtchen ist für die Wochenplanung. Nehmt sie zur Hand, wenn ihr die Wochenplanung macht. Es soll euch erinnern, wie stark ihr seid, aber auch vor kleinen Stolperfallen bewahren. Ich muss oft selbst über mich schmunzeln, weil ich einfach gewisse Dinge im Alltag nicht ablegen kann und dadurch wieder mittelgroßes Chaos entsteht. Aber so bin ich nun mal 🙂 Auch DAS gilt zu akzeptieren. 🙂

Schämt euch nicht dafür, dass ihr jetzt, wo vermeintlich „alles vorbei ist“ nun mit den Geschehnissen hadert.. erschöpft seid von der Zeit in denen ihr euch zusammen reißen musstet. Checkt ab ob es in eurem Bundesland nicht ein Krisentelefon gibt! Denn es wird zwar viel über Long Covid gesprochen, unmengen an Geld und Förderung für Jugendhilfe angeboten (zum Glück!) aber nicht für Frauen die in dieser Zeit ihr äußerstes gegeben haben. Und wir sind eine Menschengruppe die von Haus aus schon unter Druck steht und durch alte Rollenbilder mehrfach belastet sind.

Danke, dass du da bist!

Alles Liebe,

Eure Nina

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www.instagram.com/plansmeetlife

6 Kommentare zu „How to: Reflektieren

  1. Danke für den Input. Ich unterschätze immer wieder was ich alles für die ganze Familie auf meinen Schultern trage und dass das auch Energie braucht.

  2. Liebe Nina, das ist ein totaler schöner Input und ich bin wirklich dankbar, dass ich gerade auf deinem Blog stöbere. Ich folge dir seit langem bei Instagram, mache da aber gerade eine Pause und habe große Lust wieder die Blogs zu entdecken – meinen eignen mehr zu füllen und andere zu lesen. Und da ich selber ein großer Fan vom Reflektieren (und von Filofax) bin, habe ich diesen Beitrag wirklich genossen. Danke!
    Liebe Grüße,
    deine Ronja

    http://www.vonherzengeschrieben.de

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